Glossar

A

Abnahmestelle

Den Punkt, an dem das Netz des lokalen Netzbetreibers endet und die Energie an den Stromkunden übergeben wird, bezeichnet man als Abnahmestelle. Die Stromabnahme ist, in Abhängigkeit von den technischen Voraussetzungen des Kunden, auf verschiedenen Spannungsebenen möglich.

Ampere

Die Maßeinheit für die elektrische Stromstärke heißt Ampere (A), benannt nach dem französischen Physiker Andre-Marie Ampere.

Amperestunde

Eine Amperestunde ist die physikalische Einheit der Elektrizitätsmenge bzw. der elektrischen Ladung, die aus Stromstärke und Zeit berechnet wird.

Anreizregulierung

Strom- und Gasnetze stellen natürliche Monopole dar. Bei der Regulierung der Netzentgelte wendet die Bundesnetzagentur daher die Anreizregulierung an. Sie umfasst vor allem die Vorgabe von Erlösobergrenzen nach dem durch den kosteneffizientesten Netzbetreiber gesetzten Maßstab, die Ermittlung von individuellen Ineffizienzen einzelner Netzbetreiber und die Festlegung von sektoralen Produktivitätsfaktoren, um die die Erlösobergrenzen  infolge des Produktivitätsfortschritts regelmäßig absinken.

Anschlussleistung

Die Summe der Nennleistungen aller beim Kunden bzw. in einem Versorgungsgebiet vorhandenen elektrischen Verbrauchseinrichtungen, die gleichzeitig genutzt werden können, ist die Anschlussleistung.

Anschlussnutzungsvertrag

Der Anschlussnutzungsvertrag regelt im Wesentlichen die Haftung bei Störung und Unterbrechung, die Grundstücksbenutzung und die Art der Messung und Zählung. Daneben werden die Anschrift der Anschlussstelle, die Spannungsebene und die Zählpunktbezeichnung dokumentiert. Individuelle Anschlussnutzungsverträge werden nur oberhalb der Niederspannungsebene benötigt; für Privat- und Kleingewerbekunden besteht eine allgemeingültige Regelung.

Arbeit

Unter Arbeit versteht man die eingespeiste oder entnommene elektrische Energie (auch elektrische Arbeit). Diese wird für die Abrechnung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne gemessen. Die Einheiten für Arbeit sind kWh, MWh, GWh oder TWh.
1 kWh = 1 Kilowattstunde      = 1.000 Wh

1 MWh = 1 Megawattstunde   = 1.000 kWh

1 GWh = 1 Gigawattstunde    = 1.000 MWh = 1 Mio. kWh

1 TWh  = 1 Terawattstunde    = 1.000 GWh = 1 Mrd. kWh

Arbeitspreis

Der Preis für den verbrauchten Strom in Cent pro Kilowattstunde ist der Arbeitspreis. Es wird zwischen Hoch- oder Normaltarif und dem deutlich günstigeren Niedrigtarif unterschieden.

Ausgleichsenergie

Energiemengen, die zum Ausgleich von Lastprognose und Lastgang in einem Bilanzkreis dem Bilanzkreisverantwortlichen vom Übertragungsnetzbetreiber in Rechnung gestellt werden.

Ausspeisepunkt

Übergabestelle des Erdgases an den Netzendkunden.

 

B

Balgengaszähler

Gaszähler zur Messung des Gasvolumenstroms durch Verdrängungsmessung. Messkammern, die durch Membranen voneinander getrennt sind, werden periodisch gefüllt und entleert. Ein Gelenkgetriebe überträgt die Membranbewegung auf eine Kurbelwelle. Diese Kurbelwelle treibt zwei Schieber an, die den Gasstrom steuern, der wechselseitig durch einen Balg (Kippwaage) geleitet wird. Die Drehbewegung des Getriebes wird über eine magnetische Kupplung auf ein Zählwerk übertragen.

Base (Grundlast)

Es handelt sich um die kontinuierlich benötigte Leistung im Stromversorgungssystem, in Deutschland ca. 50 GW. Verbrauchsgeräte in der Grundlast sind z.B. permanent betriebene Industriemaschinen, Kühlaggregate, Heimelektronik (Stand-by-Betrieb), Heizungspumpen sowie öffentliche Beleuchtungseinrichtungen. Die Stromnachfrage in der Grundlast beträgt etwa 70 % des Spitzenbedarfs.

Baukostenzuschuss (BKZ)

Mit einem Baukostenzuschuss wird der Kunde an den Kosten der gemeinschaftlich genutzten Teile und Anlagen der örtlichen Stromversorgung bzw. des vorgelagerten Stromnetzes beteiligt: Hauptkabel,  Transformatorenstationen u.a.

BDEW

Der BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) vertritt die meisten deutschen Unternehmen der Strom- und Gaswirtschaft, der Nah- und Fernwärmewirtschaft, und der Wasserver- und -entsorgung in allen branchenrelevanten politischen, rechtlichen, wirtschaftlich-technischen und kommunikativen Fragen. Der BDEW wurde im Herbst 2007 als Zusammenschluss von vier vorher selbständigen Verbänden gegründet. 

Bilanzkreis

Virtuelles Konto im Strommarkt, auf dem für eine Regelzone alle Lastprognosen und alle Lastgänge eines Bilanzkreisverantwortlichen saldiert werden. Fehlmengen werden regelmässig durch Ausgleichsenergie vom Übertragungsnetzbetreiber ausgeglichen, die Kosten dem Bilanzkreisverantworltichen belastet.

Bilanzkreisverantwortlicher

Der Bilanzkreisverantwortliche ist zuständig für die zum Stromverbrauch seiner Abnahmestellen mengen- und zeitkongruente Einspeisung von Energie. Die Saldierung findet im Bilanzkreis statt.

Bilanzmengenkonto

Im Bilanzkreis wird damit die Erfassung der stündlichen positiven und negativen Differenzmengen in einem Monat bezeichnet.

Bindefrist / Bindefristzuschlag

Bei individuell kalkulierten Energieangeboten (z.B. Strom, auch Gas) werden diese regelmäßig mit einer Bindefrist versehen, während derer der Anbieter sich an das Angebot gebunden fühlt. Er kalkuliert für diese Bindefrist einen Risikozuschlag ein, womit er das Risiko abdeckt, dass sich während der Zeit zwischen Angebotslegung und Ablauf der Bindefrist die Preise am Markt (Börse) zu seinen Ungunsten verändern. Je kürzer die Bindefrist ist, umso schärfer wird der Versorger das Angebot kalkulieren können.

Blindleistung

In einem Wechsel- bzw. Drehstromnetz entsteht Blindleistung, wenn in dem Netz nicht ausschließlich ohmsche Verbraucher angeschlossen sind. Blindleistung wird dabei zum Aufbau magnetischer oder elektrischer Felder aufgenommen. Sie steht dem Nutzer jedoch nicht als Wirkleisung zur Verfügung.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Blockheizkraftwerke dienen der gleichzeitigen Erzeugung von Elektrizität und Wärme. Die Wärme wird im Normalfall für die Versorgung nahe gelegener Gebäude oder als Prozesswärme verwendet. Bei dieser Energiegewinnung werden  Verbrennungsmotoren oder auch Gasturbinen eingesetzt. Weil die Prozesswärme praktisch vollständig genutzt werden kann, sind BHKW sehr viel effizienter in der Nutzung der eingesetzten Primärenergien als die Stromerzeugung in Großkraftwerken.

Braunkohlekraftwerk

In Braunkohlekraftwerken wird Wasser mit Hilfe von Braunkohle zu Dampf erhitzt. Der dabei entstehende Druck treibt Turbinen an. Der Wirkungsgrad, d.h. die Umsetzung der in der Kohle enthaltenen Energie in Strom, ist relativ niedrig. Die ungenutzte Wärmeenergie gelangt als Abwärme in die Luft. Ein Nachteil der mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke ist der hohe Ausstoß von CO2 und anderen Schadstoffen. Diese werden heute in aufwändigen Rauchgasreinigungsanlagen erheblich reduziert.

Brennwert

Diejenige Wärmemenge, ausgedrückt in kWh/m³ (Vn), die bei konstantem Druck während der vollständigen Verbrennung eines Normkubikmeters trockenen Gases mit Luft frei wird, wenn die Verbrennungsprodukte auf die ursprüngliche Temperatur des Gases und der Luft von +25 °C herunter gekühlt und auf den ursprünglichen Druck des Gases und der Luft von 1,01325 bar zurückgeführt werden und das bei der Verbrennung von freiem und/oder gebundenem Wasserstoff freigesetzte Wasser in flüssigem Zustand vorliegt.

Bundesnetzagentur (BNetzA)

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Post, Telekommunikation und Eisenbahnen (BNetzA) wurde am 13. Juli 2005 eingesetzt. Ihre zentrale Aufgabe im Energiebereich ist es, den diskriminierungsfreien Zugang zu den Netzen und die Höhe der Netzentgelte (siehe Anreizregulierung) bei Versorgungsunternehmen mit mehr als 100.000 Kunden zu überwachen. Für die anderen Unternehmen sind in der Regel die Landesregulierungsbehörden zuständig. Diese können aber ihre Aufgabe an die BNetzA übertragen.

 

C

Contracting

Beim Contracting investiert ein Contractor in Anlagen, die eine effizientere Energieerzeugung, -umwandlung oder -nutzung in allen Verbrauchsbereichen versprechen und refinanziert seine Investition über die Vertragslaufzeit aus den Entgelten des versorgten Contracting Nehmers. Typischerweise umfasst das Contracting den Betrieb der Anlagen und weitere Serviceleistungen. 

 

D

DIN EN ISO 50001

Die DIN EN ISO 50001 ist eine weltweit gültige Norm, die für Organisationen den Aufbau eines systematischen Energiemanagements definiert; Energiemanagementsysteme können auf der Basis der ISO 50001 zertifiziert werden. Dies wird in Deutschland derzeit von Unternehmen verlangt, die als besonders energieintensives Unternehmen eine Befreiung von der EEG-Umlage beantragen und zukünftig auch für die Entlastung von Unternehmen des produzierenden Gewerbes von der Strom- und Energiesteuer.

DVGW

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) repräsentiert die technischen Aspekte der klassischen Versorgungswirtschaft mit einem Schwerpunkt auf Normung, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch.

Drehkolbenzähler

Gaszähler zur Messung des Gasvolumenstroms durch Verdrängungsmessung. Zwei präzise ineinander greifende Drehkolben füllen und entlassen jeweils ein Viertel des Reglervolumens bei einer halben Umdrehung jedes einzelnen Kolbens. Ein mechanisch angeschlossenes Zählwerk registriert das Betriebsvolumen. Der Drehkolbenzähler wird bevorzugt im Industriebereich (Hochdruck) eingesetzt.

Drehstrom

Drehstrom ist durch das Vorhandensein von drei Phasen mit einer Phasenverschiebung von jeweils 120° gekennzeichnet.

Durchleitungsgebühr

(siehe Netzentgelt)

 

E

EEX (European Energy Exchange)

Die EEX, die deutsche Strombörse in Leipzig, ist die neutrale Handelsplattform im deutschen Strommarkt. Sie betreibt einen Spotmarkt mit physischer Erfüllung am Folgetag sowie den à EEX Terminmarkt mit Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt. Der an der EEX gebildete Börsenpreis dient als Referenzpreis für den deutschen Strommarkt, zunehmend auch für andere europäische Strommärkte. 

EEX Terminmarkt

Marktsegment an der EEX, in der „auf Termin“ Stromlieferungen in standardisierten Produkten gehandelt werden. Vergleiche hierzu auch Phelix Futures.

Eigenerzeugung

Hierunter versteht man die Erzeugung von elektrischer Energie in eigenen Anlagen, z.B. in Blockheizkraftwerken, Gasturbinen und Photovoltaikanlagen zur Abdeckung des eigenen Bedarfes.

Ein- oder Zweitarifzähler

Der Eintarifzähler hat nur ein Zählwerk; die Verbrauchsmessung läuft kontinuierlich. Die Abrechnung erfolgt stets zum gleichen Kilowattstundenpreis (Arbeitspreis). Der Eintarifzähler hat die Kennzeichnung HT. Der Zweitarifzähler hat dagegen zwei Zählwerke. Ein Zählwerk misst den Tagstromverbrauch und das andere Zählwerk den Nachtstromverbrauch (NT). Für die Abrechnung bedeutet das, dass zwei unterschiedliche Kilowattstundenpreise (Arbeitspreise) verwendet werden können, wobei der NT-Tarif niedriger ist als der HT-Tarif. Lohnend für den Kunden wird dies nur bei einem deutlich höheren Stromverbrauch zu NT-Zeiten, als dies in den à Standardlastprofilen hinterlegt ist (z. B: Nachtstromspeicherheizung oder Wärmepumpe).

Einspeisevergütung

Nach dem EEG wird die Einspeisung von regenerativ erzeugtem elektrischem Strom (Solar, Windkraft, etc.) in das Netz mit einem bestimmten, für die Dauer von 20 Jahren festen Betrag pro Kilowattstunde vergütet.

Elektrischer Strom

Bezeichnung für eine gerichtete Bewegung von Ladungsträgern.

Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU)

Alle Unternehmen und Betriebe, die andere EVU oder Endverbraucher mit elektrischer Energie versorgen oder eine Versorgung mit Erdgas oder Wärme betreiben.

Energie

Anschaulich definiert ist Energie die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Energie kann beispielsweise als mechanische Energie (Bewegungsenergie), chemische Energie (mit dem Potenzial, chemische Reaktionen freizusetzen), elektrische Energie, thermische Energie (Wärmeenergie), Strahlungsenergie (z.B. Sonnenenergie) oder nukleare Energie auftreten. Bei der Umwandlung von Energie geht nie Energie verloren; allerdings wird nicht sämtliche Energie nach der Umwandlung noch nutzbar sein. Durch die Verbrennung von Kohle kann man thermische Energie in mechanische Energie umwandeln (Antrieb eines Generators), durch den dann elektrische Energie entsteht. Die „Abwärme“ ist thermische Energie, die ggfs. ungenutzt bleibt, ebenso die mechanische Energie „Reibung“.

Energiedatenmanagement (EDM)

Bezeichnet die Verwaltung und analysierende Berechnung von Energiedaten. Bei Großverbrauchern mit Lastprofil werden Stromdaten im Viertelstunden-Takt und Gasdaten im Stunden-Takt erfasst. 

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz besagt, wie hoch der Anteil der Endenergie an der eingesetzten Primärenergie ist. Sie ist umso höher, wenn mit einem geringen Energieaufwand ein hoher Nutzen erreicht wird.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Die Bundesregierung setzt mit der zweiten Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) EU-Gemeinschaftsrecht für die leitungsgebundene Energieversorgung in nationales Recht um. Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas. Ein bedeutender Inhaltspunkt des EnWG sind die Vorgaben zum Unbundling.

Entflechtung

Entflechtung beinhaltet die gesellschaftsrechtliche, organisatorische, informatorische und buchhalterische Trennung verschiedener Geschäftsbereiche eines Energieversorgers. Nach den Vorgaben der EG-Richtlinien für den gemeinsamen Strommarkt von 2003 und dem im Juli 2005 in Kraft getretenen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) müssen Stromversorger den Netzbetrieb („natürliches Monopol“) von den Wettbewerbsbereichen (z.B. Erzeugung und Vertrieb) trennen. Diese Entflechtung (engl. Unbundling) soll vor allem den diskriminierungsfreien Netzzugang sicherstellen.

Erdgas

Erdgas ist ein gasförmiger fossiler Energieträger, der sich aus den Überresten von pflanzlichem und tierischem Leben vor Hunderten von Jahrmillionen gebildet hat. Chemisch gesehen handelt es sich um organische Verbindungen der Elemente Kohlenstoff und Wasserstoff.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll den Ausbau von Energieerzeugungsanlagen vorantreiben, die erneuerbare Energien zur Stromerzeugung nutzen. Es regelt Vergütungssätze für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien. Diese liegen generell über dem Marktpreis. Die hieraus resultierenden Mehrkosten werden über den Strompreis („EEG-Umlage“) von den Kunden getragen.

Erneuerbare/ regenerative Energien

Energie aus nachhaltigen, als „unerschöpflich“ anzusehenden Quellen (z.B. Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse) wird als erneuerbare Energie bzw. regenerative Energie bezeichnet. 

F

G

Gaskraftwerk

Ebenso wie bei Kohlekraftwerken wird hier mit Erdgas Wasser zu Dampf erhitzt. Der dabei entstehende Druck treibt dann die Turbinen an. Den relativ geringen Wirkungsgrad kann man durch Kraft-Wärme-Kopplung erhöhen, indem die Abwärme zum Heizen genutzt wird. Nachteil der mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke ist der Schadstoffausstoß, wobei allerdings Gaskraftwerke im Vergleich zu anderen fossil befeuerten Kraftwerken typischerweise einen höheren Wirkungsgrad und einen nierdrigeren Schadstoffausstoß haben Wegen der flexiblen Betriebsweise eignen sich Gaskraftwerke in besonderem Maße zum Ausgleich schwankender regenerativer Stromerzeugung.

Gigawatt

Ein Gigawatt (Giga = eine Milliarde) entspricht 1.000 Megawatt oder einer Million Kilowatt oder einer Milliarde Watt.

Gleichstrom

Gleichstrom fließt immer in die gleiche Richtung. Er wird von Batterien, Akkus oder Solarzellen erzeugt. Der Gleichstrom von Solaranlagen muss vor der Einspeisung ins öffentliche Netz über einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt werden. Umgekehrt müssen mit Gleichstrom betriebene Geräte, z.B. aus der Unterhaltungselektronik, über ein Netzgerät versorgt werden, das je nach Bedarf die Spannung transformiert und den Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt.

Grundpreis

Neben dem Verbrauchspreis (auch Arbeitspreis genannt) ist der Grundpreis die zweite Komponente einer Stromrechnung. Er ist unabhängig vom Verbrauch und beinhaltet u. a. die jährlichen Kosten für Zähl- und Meßeinrichtungen, Erfassung der Zählerstände sowie Abrechnung und Inkasso.

Grundversorger

Grundversorger ist das Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet in der allgemeinen Versorgung beliefert. Der Grundversorger muß grundsätzlich jeden Kunden in seinem Gebiet mit Strom versorgen.

Grüner Strom

Dies ist das wohl strengste deutsche Label für Öko-Strom. Es berücksichtigt auch die Geschäftsbeziehungen des Erzeugers: Der Öko-Bonus muss voll in neue Anlagen fließen. Wasserkraftanlagen mit Leistungen über 5 MW sind ausgeschlossen.

H

Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Verbindung der elektrischen Anlage eines Endkunden mit dem örtlichen Stromnetz.

Hochspannung

Elektrische Spannung von 50.000 bis 200.000 Volt wird als Hochspannung bezeichnet.

Hochspannungsnetz

Das Hochspannungsnetz sorgt für die Verteilung von elektrischer Energie auf regionaler Ebene. Leitungen führen hier in verschiedene Regionen, Ballungszentren oder große Industriebetriebe. Abgedeckt wird ein Leistungsbedarf von 10 bis 100 MW.

Höchstspannungsnetz

Das Höchstspannungsnetz ist ein Übertragungsnetz. Es verteilt die größtenteils von Kern- und Kohlekraftwerken, aber auch Wasserkraftwerken eingespeiste Energie landesweit an Transformatoren, die nahe an den Verbrauchsschwerpunkten liegen. 

I

J

Jahresmehr- und -mindermengen

Jahresmehr- und –mindermengen bezeichnen Arbeitsmengendifferenzen zwischen der von Lastprofilkunden eines Lieferanten tatsächlich entnommenen elektrischen Arbeit und der Prognose des Jahresverbrauchs für diese Kunden.

Jahresspitzenleistung

Die Jahresspitzenleistung misst  die höchste Leistung in den letzten 12 Monaten in kW und wird in der Jahresabrechnung aufgeführt. Der Wert beträgt bei Kunden mit Leistungsmessung mindestens 30 kW und kann maximal vierstellig sein. Die Jahresspitzenleistung ist nicht identisch mit dem in kWh gemessenen Jahresstromverbrauch.

K

Kernkraftwerk

In Kernkraftwerken wird die Energie zur Wasserdampferzeugung aus einer Reihe kontrollierter Kernspaltungen gewonnen. Der Vorteil liegt in der Schadstofffreiheit, der Nachteil dagegen ist das Risiko eines atomaren Zwischenfalls sowie die noch nicht geklärte Endlagerung. Die Bundesregierung hat nach der Havarie des Kernkraftwerks in Fukushima einen Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie gefasst.

Kilowatt

Ist die Maßeinheit für Energie. Eine Kilowattstunde (kWh) gibt an, wie viel Leistung in einer Stunde verbraucht wird.

Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe ist ein Nutzungsentgelt, das Stromnetzbetreiber an die Kommunen als Gegenleistung zur Nutzung der öffentlichen Straßen und Wege für die Verlegung und zum Betrieb von Stromleitungen zahlen.

Konzessionsabgabenverordnung (KAV)

Die Konzessionsabgabenverordnung vom Januar 1992 regelt die Zulässigkeit und Bemessung der Zahlung der Konzessionsabgabe an die Gemeinden.

KWK

Kraft-Wärme-Kopplung. Heizkraftwerke dieses Typs erzeugen sowohl Strom als auch Fernwärme und erreichen damit eine bessere Ausnutzung der eingesetzten Brennstoffe.

KWK-Gesetz

Mit dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) wird der Ausbau von KWK-Anlagen in Deutschland gefördert. Durch eine verstärkte Nutzung von KWK-Anlagen soll eine zusätzliche Minderung der Kohlendioxidemission im Bereich der Stromerzeugung erreicht werden.

L

Last

Als Last wird der momentane Leistungswert einer aufgenommenen oder abgegebenen Leistung an einem gewissen Netzpunkt bezeichnet. Last wird durch die Messung eines Augenblickswertes oder durch die Bildung eines Mittelwertes während eines kurzen Zeitabschnitts bestimmt. Man misst die Last in Megawatt (MW). Sie kann sich auf einen Kunden, ein Gerät, eine Gruppe von Kunden oder Geräten sowie auf ein Netz beziehen.

Lastgang / Lastprofil

Als Lastgang, Lastprofil oder Lastkurve wird der zeitliche Verlauf der abgenommenen Leistung bezeichnet. Strom wird dabei viertelstundenweise gemessen, Gas typischerweise im Stundentakt. Für die Messung werden RLM-Zähler (auch Lastgangzähler, noch selten: Smart Meter) verwendet, die die gemessenen Daten einmal täglich an den Netzbetreiber übertragen.

Laufwasserkraftwerk

Laufwasserkraftwerke nutzen das fließende („laufende“) Wasser von Flüssen, um Turbinen anzutreiben, die den Strom erzeugen. Mit Staustufen oder -dämmen kann durch ein erhöhtes Gefälle die Fließgeschwindigkeit des Wassers und damit die Stromproduktion erhöht werden.

Leistung

Mithilfe der elektrischen Leistung wird die Intensität einer auftretenden Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgedrückt. Die elektrische Leistung wird aus dem Produkt aus Strom und Spannung ermittelt, die Einheit der elektrischen Leistung ist das Watt (W).
1 kW    = 1 Kilowatt     = 1.000 Watt
1 MW   = 1 Megawatt = 1.000 kW
1 GW   = 1 Gigawatt   = 1.000 MW

Leistungspreis

Zum Leistungspreis gehören alle Kosten, die für die Bereitstellung des Stroms anfallen. Das sind z.B. die fixen Kosten des Energieversorgers für die Aufrechterhaltung des Elektrizitätswerkes, der Umspannwerke und des Verteilungsnetzes.

Lieferantenrahmenvertrag

Dieser Vertrag regelt die Modalitäten zur Abwicklung der Versorgung von Netzkunden. Wesentliche Punkte sind Datenaustausch, Lieferabweichungen und bei Kunden ohne Lastgangmessung die angewandten Verfahren. Der Vertrag wird zwischen dem Lieferanten und dem Netzbetreiber geschlossen.

Lieferspannung

Die Lieferspannung ist die Spannung auf der Netzzugangsebene. Grundsätzlich wird zwischen Nieder-, Mittel-, Hoch- und Höchstspannung unterschieden:
Niederspannung bis 1.000 Volt
Mittelspannung von 1.000 bis 50.000 Volt
Hochspannung von 50.000 bis 200.000 Volt
Höchstspannung mehr als 200.000 Volt

M

Megawatt

Ein Megawatt (Mega = eine Million) entspricht 1.000 Kilowatt oder einer Million Watt.

Messdienstleister

Messdienstleister übernehmen in regulierten Verteilnetzen die Aufgaben der Ablesung, Datenübertragung und Abrechnung der von ihnen betreuten Messtellen.

Messstellenbetreiber

Messstellenbetreiber übernehmen in regulierten Verteilnetzen das Eigentum und den Betrieb der Messeinrichtungen.

Messung

Durch Messung wird der Verbrauch eines Kunden festgestellt.

Messwandler

Messwandler sind Messapparate. Sie werden Elektrizitätszählern vorgeschaltet, um Ströme und Spannungen auf messbare Werte zu transformieren.

Mittelspannung

Die Mittelspannung dient der Energieübertragung im regionalen Bereich und bewegt sich zwischen 1.000 und 50.000 Volt.

Mittelspannungsnetz

Das Mittelspannungsnetz verteilt den Strom an die Transformatorstationen des Niederspannungsnetzes. Einrichtungen wie z.B. Behörden, Schulen, Fabriken werden aus dieser Netzebene versorgt. Erzeuger mit kleineren Kraftwerken, z.B.  BHKW, speisen ihren Strom in der Regel in dieses Netz ein.

N

Nennleistung

Die Nennleistung bezeichnet die höchste Dauerleistung, bei der ohne Beeinträchtigung der Sicherheit und der Lebensdauer eine energietechnische Einrichtung betrieben werden kann.

Netz

Alle Einrichtungen von Fernleitungs- und/oder Verteilernetzen, die einem Netzbetreiber gehören oder von ihm für den Transport von Strom oder Gas betrieben werden.

Netzanschluss

Ein Netzanschluss ist die technische Anbindung von Erzeugungseinheiten oder Verbraucheranlagen an das Netz der öffentlichen Elektrizitäts- bzw. Gasversorgung.

Netzanschlusspunkt

Stelle der Ausspeisung transportierter Erdgasmengen zum Endverbraucher. Der Netzanschlusspunkt ist der letzte Kopplungspunkt in der Transportkette. Hier entnimmt der Netzendkunde das gelieferte Gas.

Netzanschlussvertrag

Der Netzanschlussvertrag wird zwischen Anschlussnehmer und Netzbetreiber geschlossen und regelt die technische Anbindung der elektrischen Anlagen des Anschlussnehmers (i.d.R. Eigentümer / Besitzer des Grundstückes) an das Netz sowie das Zutrittsrecht des Netzbetreibers für die Kundenablesung. 

Netzbetreiber

Netzbetreiber besitzen Verteilnetze, über die der Strom bzw. das Erdgas der Energieerzeuger an die Verbraucher weitergeleitet wird. Bis zur Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes übernahm der Netzbetreiber gleichzeitig auch die Versorgung. Die Netzbetreiber sind für den Betrieb (Systemdienstleistungen, Instandhaltung, Abrechnung) eines Netzes verantwortlich, sofern dies nicht von einem dritten Messstellenbetreiber bzw. Messdienstleister übernommen wird.

Netzentgelt / Netznutzungsentgelt

Die Netzentgelte umfassen die Kosten für Netzaufbau und -erhaltung, sowie (für die Stromnetze) Umspannungen zwischen den verschiedenen Spannungsebenen, die Systemdienstleistungen für Frequenz- und Spannungshaltung sowie die Kosten der anteiligen Übertragungsverluste. Netzentgelte unterliegen der à Anreizregulierung.

Netznutzungsvertrag

Bei Abschluss eines reinen Energieliefervertrages mit einem Lieferanten entrichtet der Kunde die Netznutzungsentgelte direkt an den örtlichen Netzbetreiber. Fragen zur Netznutzung und zu Netzentgelten werden mithilfe dieses Netznutzungsvertrages geregelt.

Niederspannung

Spannung zwischen 42 und 1.000 Volt (in Haushalten nicht mehr als 250 Volt) wird als Niederspannung bezeichnet. Niedrigere Spannungen werden als Kleinspannung bezeichnet, höhere als Mittel-, Hoch- oder Höchstspannung.

Niederspannungsnetz

Die Niederspannungsnetze sind für die Feinverteilung der elektrischen Energie zuständig. Die Mittelspannung wird auf 400 V transformiert, damit werden Haushalte, Industrie, Gewerbe und Verwaltung versorgt.

Nominierung

Die für einen bestimmten Zeitraum vom Kunden vorab anzumeldende Transportmenge/-leistung in kWh/h.

O

Off-Shore-Haftungsumlage

Seit dem 1. Januar 2013 ist die Offshore-Haftungsumlage neuer Bestandteil des Strompreises für Letztverbraucher von Strom. Mit der Umlage wird ein Teil der Schadensersatzkosten, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können, finanziert.

OTC (Over the Counter)

Handel in einem börsengängigen Produkt (z.B. Strom) unter Umgehung der Börse direkt mit dem Vertragspartner.

ok-Power

Das Label wird vom EnergieVision e.V. vergeben und vom Öko-Institut sowie dem WWF unterstützt. Der Strom kommt aus erneuerbaren Quellen, bzw. kann bis zu 50 % aus Kraftwärmekopplung stammen. Der Bau neuer Anlagen wird sichergestellt durch die Anforderung, dass ein Teil der Stzrommengen aus Neuanlagen bzw. neueren Altanlagen stammen muss.

Ökosteuer

Der Begriff bezeichnet umgangssprachlich vor allem Steuern, die auf dem Verbrauch von Energie lasten. Mit dem Gesetz von 1999 wurde, abgesehen von der Stromsteuer, keine neue Steuer eingeführt. Es wurden allerdings bestehende Steuergesetze derart umgestaltet, dass sie Lenkungswirkung für den Umweltschutz entfalten: einerseits Erhöhung von Mengensteuern auf den Energieverbrauch (z.B. Mineralölsteuer), andererseits Vergünstigungen für effizientere Technologien.

Ökostrom

Strom der ausschließlich aus regenerativen (erneuerbaren) Energiequellen erzeugt wird. Zu diesen gehören beispielsweise Wasser, Wind, Sonne und Biomasse.

Ölkraftwerk

Ähnlich wie bei Kohlekraftwerken wird hier durch Verbrennung von Erdöl Dampf erzeugt. Der dabei entstehende Druck treibt dann die Turbinen an. Den relativ geringen Wirkungsgrad kann man durch Kraft-Wärme-Kopplung erhöhen, indem Abwärme zum Heizen genutzt wird. Nachteil der mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke ist der hohe Schadstoffausstoß.

P

Peak (Spitzenlast)

Siehe Spitzenlast.

Phelix

Der Physical Electricity Index (Phelix) ist der Börsenindex für den Handel mit Strom in standardisierten Produkten an der EEX. Er stellt also den „Durchschnittspreis“ der Ware Strom, dar.

Phelix Futures

Der Phelix-Future ist ein finanzieller Terminkontrakt, der sich auf die durchschnittlichen Stromspotmarktpreise zukünftiger Lieferperioden des Marktgebietes Deutschland/Österreich bezieht. Dabei bildet der von der EEX berechnete Phelix Day Base- bzw. Phelix Day Peak Index die Grundlage der Terminkontrakte. Bei Fälligkeit kann eine physische Lieferung der kontrahierten Mengen auf dem Spotmarkt erfolgen.

Photovoltaik(anlagen)

In Photovoltaikanlagen wird Strahlungsenergie, meist Sonnenenergie, in elektrische Energie umgewandelt. Schon seit 1958 wird diese Technik zur Energieversorgung genutzt, erstmals in der Raumfahrt. Der Name setzt sich aus dem griechischen Wort für Licht („Photo“) und  der Einheit für elektrische Spannung (Volt, nach dem– Italiener Alessandro Volta) zusammen. Photovoltaikanlagen werden heute vielfach auf Hausdächern montiert.

Primärenergieträger

Als Primärenergieträger werden Energieträger bezeichnet, die Energie noch in ihrer ursprünglichen Form enthalten (z.B. Erdöl) und noch nicht umgewandelt (z.B. Strom) oder durch Raffination veredelt wurden (z.B. Benzin). Wesentliche Primärenergieträger sind Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran, aber auch Wasser, Wind und Sonne, die für die Stromerzeugung eingesetzt werden.

Pumpspeicherkraftwerk

Ein Pumpspeicherkraftwerk nutzt die durch natürliches Gefälle entstehende Energie des Wassers aus. Das Wasser wird in verbrauchsarmen Zeiten und/oder bei überschüssiger regenerativer Erzeugung nach oben in den Speicher (natürlicher oder auch künstlicher See, Staustufe etc.) gepumpt, um in Zeiten des Nachfrageüberschusses an Strom das Wasser über steile Rohrleitungen mit hohem Druck auf tiefer gelegene Turbinen zu leiten.

R

Regelenergie

Für den kurzfristigen Ausgleich nicht vorhersehbarer Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch von Strom halten die Versorger Kapazitäten zur Erzeugung von Regelenergie bereit. Dabei wird nach Primärregelleistung, Sekundärregelleistung und Minutenreserve unterschieden. Die Primärregelenergie muss zur Hälfte innerhalb von fünf Sekunden und insgesamt innerhalb von 30 Sekunden aktivierbar sein, Sekundärregelenergie innerhalb von fünf Minuten und Minutenreserve innerhalb von 15 Minuten. Als Regelkraftwerke werden Dampfturbinen-, Speicherwasser-, Pumpspeicherwasser- und Gasturbinenkraftwerke eingesetzt, die entweder im Teillastbetrieb operieren oder im Bedarfsfall gestartet werden. Wegen des kurzfristigen und ungewissen Einsatzes der Regelenergie ist ihr Preis meist deutlich höher als der für längerfristig planbare Stromprodukte.

Risikozuschlag

Risikozuschläge kalkuliert ein Anbieter in den Energiemärkten ein, um allgemeine oder spezifische Kontrahierungsrisiken abzudecken. Dazu gehören etwa Bindefristen, aber auch das Kreditrisiko des Abnehmers. Risikozuschläge werden beispielsweise auch dann berechnet, wenn etwa RLM-Zähler angefragt werden, ein Lastprofil aber nicht vorgelegt werden konnte. 

RLM (Registrierende Leistungsmessung)

Bei Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100 MWh elektrischer Energie bzw. mehr als 1,5 GWh Gas wird der Verbrauch als Registrierende Lastgangmessung bzw. Registrierende Leistungsmessung (RLM) festgestellt. Dabei erfasst der RLM-Zähler pro Messperiode (15 Minuten bei Strom, 60 Minuten bei Gas) einen Leistungsmittelwert. Alle Leistungsmittelwerte, die über eine Anzahl von Messperioden gemessen werden, ergeben dann den Lastgang. Diese registrierten Werte werden sofort bzw. am Folgetag an den (Verteil-) Netzbetreiber übermittelt, u.z. entweder direkt über die Stromleitung, oder über Internet bzw. das Mobilfunknetz. Für Kunden ohne registrierende Leistungsmessung werden Standardlastprofile verwendet.

S

Solarenergie

Sonnenenergie kann mit Hilfe von Photovoltaikanlagen in elektrische Energie (Solarstrom) umgewandelt werden. Da Sonnenenergie zu den regenerativen Energien gehört, wird ihre Nutzung in Deutschland durch das à Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert.

Speicherkraftwerk

Ein Speicherkraftwerk nutzt die durch natürliches Gefälle entstehende Energie des Wassers z.B. aus einem höher gelegenen See oder einem künstlichen Stausee, der durch einen natürlichen Zufluss gespeist wird. Die Stromerzeugung erfolgt durch Antrieb einer Turbine am Ende des Gefälles. Im Gegensatz zum à Pumpspeicherkraftwerk besteht keine technische Einrichtung, einmal genutztes Gefälle durch Hochpumpen des Wassers erneut zu nutzen.

Spitzenlast (Peak)

Die Spitzenlast deckt die verbrauchsstarke Zeit, in der Regel meist nur von 8 - 20 Uhr an Werktagen, also an den Verbrauchsspitzen, ab. Bei Bedarf kann ein Gasturbinenkraftwerk innerhalb von 10 bis 15 Minuten hochgefahren werden, ein Speicherkraftwerk sogar in ein bis zwei Minuten. Kurzfristige Verbrauchsschwankungen werden so schnellstens ausgeglichen. Ein Braunkohlekraftwerk ist dafür allerdings völlig ungeeignet, da es sechs bis acht Stunden benötigt um anzufahren.

Standardlastprofil (SLP)

Ein Standardlastprofil (SLP) ist ein repräsentatives Lastprofil, mit dessen Hilfe der Lastgang eines Energieverbrauchers ohne registrierende Leistungsmessung prognostiziert und bilanziert wird (Strom bzw. Gas), so dass zur Abrechnung allein die verbrauchte Arbeit erhoben werden muss, nicht jedoch die verbrauchte Leistung zu jeder Viertelstunde (Strom) bzw. Stunde (Gas).

Steinkohlekraftwerk

In einem Steinkohlekraftwerk wird Wasser durch Verbrennung von Kohle zu Dampf erhitzt. Der dabei entstehende Dampfdruck treibt dann Turbinen an. Der Wirkungsgrad, d.h. die Umwandlung der in der Kohle enthaltenen Energie in Strom, ist relativ niedrig. Die übrige Energie gelangt als Abwärme in die Luft. Diese Wärme kann man durch Kraft-Wärme-Kopplung beispielsweise zum Heizen nutzen und dadurch den Gesamt-Wirkungsgrad erheblich verbessern. Mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke haben einen hohen Ausstoß an CO2 und anderen Schadstoffen. Diese werden in den Abgasen deshalb in einer aufwändigen Rauchgasreinigungsanlage reduziert.

Strombörse

Eine Börse ist ein neutraler Handelsplatz mit transparenter Preisbildung, die keine eigene Handelsstrategie oder –interessen verfolgt. Für alle dort zugelassenen Handelsteilnehmer gelten die identische Bedingungen. An der Strombörse bieten Anbieter (Stromerzeuger bzw. –händler) Wochen-, Tages- und Stundenprodukte an. Die Preise orientieren sich dabei an der jeweiligen Marktlage bzw. nach Angebot und Nachfrage. Theoretisch bildet sich der Preis jeweils nach den Grenzkosten der teuersten, für die nachgefragte Periode erzeugten Kilowattstunde. Als Warenbörse unterliegt die Strombörse dem deutschen Börsengesetz.

Stromlieferungsvertrag

Dieser Vertrag regelt die Stromlieferung des Lieferanten an den Kunden. Er wird zwischen dem Lieferanten und dem Kunden geschlossen.

Stromzähler

Geeichtes Messgerät zur Erfassung genutzter elektrischer Energie.

T

Take or Pay

Ein Take-or-Pay-Vertrag kommt zunächst bei sehr langlaufenden Verträgen zwischen Gasproduzenten und –abnehmern vor und sieht vor, dass bestimmte Mengen bezahlt werden müssen, unabhängig davon, ob sie auch abgenommen werden. Mittlerweile kommen Take or Pay Klauseln auch in anderen Versorgungsverträgen vor. Vergleiche auch Toleranzband.

Technische Anschlussbedingungen (TAB)

Die TAB regeln den Anschluss und den Betrieb von Anlagen, die an das Niederspannungsnetz eines Verteilungsnetzbetreibers angeschlossen und betrieben werden.

Terawatt

Ein Terawatt (Tera = eine Billion) entspricht 1.000 Gigawatt oder einer Million Megawatt oder einer Milliarde Kilowatt oder einer Billion Watt.

Toleranzband

Erlaubte Abweichung in der Abnahme von Energie ohne dass erhöhte Kosten für Arbeit oder Leistung oder gar Take or Pay Klauseln in Kraft treten. Je breiter das Toleranzband ist (oder bei Verzichjt auf ein Toleranzband), umso sicherer ist der letztlich zu zahlende Preis für den Abnehmer.

TÜV EE01

Herausgeber des Labels TÜV EE01 ist der TÜV Süd. TÜV EE01 beschreibt Strom, der zu 100 % aus regenerativen Quellen kommt, davon 25% aus Neuanlagen. stammt. Neuanlagen können auch größere Wasserkraftwerke sein.

TÜV EE02

Herausgeber des Labels TÜV EE02 ist der TÜV Süd. TÜV EE02 beschreibt Strom, der zu 100 % aus regenerativen Quellen kommt. Es gibt dabei (im Gegensatz zu TÜV EE01 kein Neuanlagenkriterium.

U

Übergabestation

Das Energieversorgungsunternehmen stellt die Energie an der Übergabestation zur Verfügung. Diese muss nicht mit der Eigentumsgrenze oder mit der Stelle, an der die Elektrizität gemessen wird identisch sein.

Übertragung/ Übertragungsnetz

Als Übertragungsnetz wird der Stromtransport im Höchst- und Hochspannungsnetz bezeichnet. Diese übergeordneten Netze versorgen sehr große Industrieunternehmen und die regionalen Stromnetzbetreiber.

Umspannwerk

Ein Umspannwerk wandelt die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV auf 110 kV um. Mit 110 kV erfolgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannwerken von 110 kV auf 20 kV.

Unbundling

Englisch für à Entflechtung .

V

Verlustenergie

Als Verlustenergie wird die zum Ausgleich physikalisch bedingter Netzverluste benötigte Energie bezeichnet.

Versorgungssicherheit

Den Anspruch der Energiekunden auf lückenlose Stromversorgung bezeichnet man als Versorgungssicherheit. Im Nachgang zum Ausstieg aus der Kernenergie ist es vermehrt zu Diskussionen über die Versorgungssicherheit in Deutschland gekommen. Bislang haben die Verteilnetzbetreiber jedoch einen großflächigen Stromausfall verhindern können.

Volt

Volt ist die Einheit der elektrischen Spannung (nach Alessandro Volta).

W

Wärmemenge

Die Wärmemenge eines Gasstroms ist ein Maß für seinen brenntechnischen Energieinhalt. Der Wärmestrom in kWh/h errechnet sich als Produkt aus Durchfluss im Normzustand in m³ (Vn)/h und Brennwert in kWh/m³ (Vn) im Normzustand.

Wasserkraftwerk

Die Nutzung der Wasserkraft ist eine bedeutende regenerative Energiequelle. Die Technologie hat sich seit mehr als einem Jahrhundert bewährt. Sie ist zuverlässig und wettbewerbsfähig. Laufwasserkraftwerke nutzen den natürlichen Wasserdurchfluss zur kontinuierlichen Stromerzeugung und tragen damit zur Deckung der Grundlastnachfrage bei. In Speicherwasser- und Pumpspeicherkraftwerken wird Strom zu Spitzenlastzeiten produziert. 

Watt

Watt ist die Einheit der elektrischen Leistung (bezeichnet nach James Watt).

Wechselstrom

Als Wechselstrom wird elektrischer Strom bezeichnet, der seine Richtung (Polung) in regelmäßiger Wiederholung ändert, so dass sich positive und negative Werte dergestalt ergänzen, dass der Strom im Mittel null ist. Im Gegensatz dazu ändert sich à Gleichstrom (einmal abgesehen von z.B. Schaltvorgängen) zeitlich nicht. In Europa wechselt regulärer Haushaltsstrom 100 mal pro Sekunde die Richtung, d.h. 50 mal pro Sekunde fließt er jeweils in die gleiche Richtung. Diese regelmäßige Richtungsänderung (Frequenz) wird mit der Einheit Hertz (Hz) gemessen. Europäischer Haushaltsstrom hat 50 Hz.  Wechselstrom ist die am weitesten verbreitete Auzsprägung von Elektrizität, denn nur bei Wechselstrom kann die Spannung transformiert werden, also der Strom in eine höhere (oder niedrigere) Spannungumgewandelt werden.

Wirkungsgrad

Grundsätzlich bezeichnet der Wirkungsgrad das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand. Im Zusammenhang mit der Stromerzeugung wird als Wirkungsgrad das Verhältnis von Primärenergieeinsatz (z.B. Kohle, Erdgas, Wind) zu erhaltener Leistung bzw. elektrischer Energie bezeichnet.

Z

Zähler

In der Elektrizitätswirtschaft werden unterschiedliche Zähleinrichtungen eingesetzt. Als Standardzähler werden Drehstromzähler zur Arbeitsmessung und RLM-Zähler eingesetzt.

Zählerfernauslesung

Die Zählerfernauslesung ermöglicht die Erfassung und Übertragung von Zählwerten über Funk, Online oder Mobilfunknetze an einen Empfänger (meist den Netzbetreiber).

Zählernummer

Die Zählernummer ermöglicht eine eindeutige Zuordnung von Abnehmer und verbrauchter Energiemenge aus Sicht des Messstellenbetreibers. Sie ist auf der Vorderseite des Zählers dauerhaft aufgebracht. In der Stromabrechnung für den Abnehmer ist sie ebenfalls notiert.

Zählpunktbezeichnung

Nicht mit der Zählernummer zu verwechselnde eindeutige Bezeichnung für einen Übergabepunkt aus Sicht des Netzbetreibers. Ebenso wie die Zählernummer ist auch die Zählpunktbezeichnung der Abrechnung des Versorgers zu entnehmen. Für einen Anbieterwechsel sind idealerweise beide Angaben, mindestens aber eine der beiden notwendig.